DRM? Burn it! Es geht auch ohne - akuma.de zeigt, wie…

Dies ist ein von trigami vermittelter bezahlter Eintrag Hinweis: Dies ist ein von trigami vermittelter bezahlter Eintrag.

Wenn Du einem Menschen sagst, das Buch, das er gerade liest, sei Schrott - wird er vielleicht ein wenig schräg gucken, aber meist das Thema schnell zu den Akten legen. Bei Musik sieht das sehr oft anders aus.

Auch wenn wir uns heute an einen unsäglichen Lärmverseuchungsgrad gewöhnt haben - selbst das, was Chartvermeider wie ich als “Geräusch” diffamieren, ist sehr nah am Menschen dran, Musik ist das Vorsprachliche, das, was der Welt der platonischen “Ideen” am nächsten kommt - und dementsprechend ist sie prädestiniert dafür, Lager zu bilden, Communities zu stricken, Fansites und Netzwerke von Musikbegeisterten….

Und man kann damit Geld verdienen. Viel Geld. Am besten mit massenohrenkompatiblem Schrott. Aber auch sonst.

Plattformen wie Apples iTunes-Store machen das seit längerer Zeit erfolgreich und umsatzstark vor.

Doch meist wird auf Betreiben der Betreiber oder der Musikindustrie (sic!), an deren Fäden sie zappeln, entweder ein proprietäres Dateiformat verwendet, das die Hälfte der Welt nicht abspielen kann oder will, oder es werden Dateien mit unsinnigen “DRM”-Maßnahmen (digitales Rechte-Management nennt man das euphemistisch) verseucht, so daß man oft genug die auf der einen Plattform erworbenen Musikstücke (nein, ich nenne das immer noch nicht “Lieder” oder gar “Songs”) nicht auf einem anderen Gerät verwenden kann, und oft genug nicht einmal auf dem, mit dem man sie runtergeladen hat…

Folge: fickt Euch. *ähm* - sorry, “Konsumverweigerung”, meinte ich. Ich habe schon seit Jahren keine Musik gekauft, weder auf CD noch sonstwie. Das Meiste ist eh Schrott, und ansonsten, *hust* - gibt es Esel und Torrents…

Vernünftige Download-Portale, die ihre Musik nicht verseuchen, anständige Preise bieten und eine genießbare Auswahl haben, suchte man lange vergebens. Langsam wird das - sicher auch durch den Druck der Nicht-mehr-Konsumenten - besser. akuma_logo.gif

Einer derer, die es auf besserem Wege versuchen, ist Akuma.de - und daher bin ich gerne dem Rezensionsangebot von Trigami nachgekommen und stelle diesen Dienst hier vor.

Die Macher, von denen übrigens auch netzwelt.de betrieben wird, haben meiner Meinung nach völlig richtig die Schwächen und die Perversion in der aktuellen Handhabung von “Musiklizenzierung” erkannt und springen mit einem DRM-freien Angebot in die Lücke. Recht so!

Die Plattform ist professionell gemacht - was sich auch daran zeigt, daß sie nicht gnadenlos überfrachtet und unübersichtlich ist wie viele andere.

Dennoch bietet sie vieles, was andere nicht haben: z.B. zahlreiche Community-Funktionen, wie das Bewerten und Kommentieren von Musik, grundlegende Social-Networking-Funktionalität, ein internes “akumaTV” mit Promo-Musik-Video-Dienst, Rezensionen zu Software und Hardware wie MP3-Playern, etc.pp.

Ganz nebenbei hat man das Design barrierefrei gestaltet - Angaben ohne Gewähr, da ich das glücklicherweise nicht wirklich testen kann, aber es soll der komplette Dienst auch von Sehbehinderten und Blinden gut bedienbar sein, was bei den wenigsten Websites der Fall ist.

Auch für Sehende ist die Seite logisch und klar zu bedienen - Registrierungsvorgang und alle Funktionen, die ich mir angesehen habe, sind sinnvoll umgesetzt und legen einem keine unnützen Hürden in den Weg. Auch die Suchfunktion ist hervorragend - und bietet, anders als beispielsweise iTunes bislang, auch eine Suche nach Label.

Der Kaufvorgang ist ebenfalls ok - ich habe ihn allerdings nicht bis zu Ende durchgeführt, da ich momentan wenig Bedarf an Musikkäufen habe, und der Test-Gutschein, den Akuma anscheinend den Trigami-Bloggern zur Verfügung gestellt hat, leider nicht in der Rezensionsausschreibung erwähnt wurde - davon habe ich erst durch die Rezensionen anderer Blogger erfahren.

Es gibt ein Prepaid-System, wo man sein Konto mit 10, 20 oder 50 Euro aufladen kann. Zahlungsmöglichkeiten sind Vorkasse, aber auch ClickandBuy und Paypal sind möglich.

Akuma - Titelsuche

Das Sortiment (rund 600.000 Titel) ist beachtlich groß. Nicht ganz iTunes-Kaliber, aber schon ganz ordentlich. Und auch wenn mich das Meiste davon nun überhaupt nicht interessiert - es scheint viel Indie-Zeug dabei zu sein, und alles, was jenseits der Ohrenweichspülerei und Gehirnwäsche-Trance-Induzierung des Mainstreams liegt, ist schon mal gut. ;-)

Und ich habe, als ich mal probehalber nach meinem Liebling “Casals” suchte, geradezu eine mir noch nicht bekannte Aufnahme dieses legendären Menschen und Cellisten gefunden… Nicht schlecht. Ebenso die Möglichkeit, Stücke probezuhören - und das fast verzögerungsfrei.

Wer sich gerne vom Geschmack anderer leiten läßt oder Neues entdecken will, bekommt Musikempfehlungen frisch von Last.fm - einem der besseren Dienste dieser Art, und mit Sicherheit aussagekräftiger als Amazon-mäßige “Kunden, die den Quatsch hier gekauft haben, haben auch diesen anderen Quatsch hier gekauft - DU DOCH AUCH????”-Nötigungen.

Über das Wasserzeichen, das Akuma zum Schutz vor Weiterverbreitern und Filesharern in einem gewissen Prozentsatz der Dateien versteckt, ist viel spekuliert worden - Schwamm drüber, ich halte das für technisch einwandfrei und auch sonst in Ordnung. Wenn jemand mir zu fairen Konditionen etwas bietet, muß ich es nicht sharen. Und wenn doch, dann soll man bitte das Rückgrat haben, dazu zu stehen. Jedenfalls um Größenordnungen besser als jede DRM-Schweinerei, die ich bislang kenne und die ALLE Probleme machen - außer beim illegalen Duplizieren, wo sie sich ebenfalls ALLE aushebeln lassen, *grins*

Jedenfalls sind die Dateien von Akuma benutzbar, machen keine DRM-Zicken, können auf mehr als einem Gerät angehört werden, und bieten mit LAME-MP3 und mindestens 192 KB/sec, meist 256 KB/sec und mehr auch gute Klangqualität.

Die Preise sind mit “Songs” ab 0,89 Euro, Alben ab 4,49 Euro und Maxi-CD’s ab 1,99 Euro ebenfalls sehr akzeptabel - jedenfalls deutlich niedriger, als bei den wenigen anderen Anbietern, bei denen man DRM-freie MP3s bekommt (da geht es meist erst bei 1,99 los…).

Verbesserungsvorschläge:

  • Nicht ganz korrekt ist die Aussage, daß MP3 ein “voll mit Windows, Linux, Mac” kompatibles Format sei. MP3 ist ein mit Patenten und anderem Schweinkram behaftetes Format, und wird daher (zu Recht) von vielen Linux-Distributionen nicht standardmäßig unterstützt. Zumal es technisch betrachtet definitiv bessere und 100% “offene” Formate gibt. Ich wünsche mir eine Plattform, die neben dem mainstreamtauglichen MP3-Format zumindest zusätzlich .OGG (Ogg Vorbis, ähnlich wie MP3 ein verlustbehaftetes Komprimierungsverfahren, das aber OpenSource und technisch überlegen ist) oder vielleicht sogar FLAC (verlustfreie Komprimierung, daher sicher unter Kopierschutzaspekt problematisch) anbietet. Wir träumen halt von einer besseren Welt… ;-)
  • Ich fände es schön, wenn ein so sympathisches Portal auch in anderen Bereichen eine Alternative zu iTunes & Co bieten würde. Z.B. würde ich mir ein (kostenloses und auf deutsche Angebote fokussiertes) Podcast-Verzeichnis wünschen. Hörbücher sind ja schon da… Dafür dürft Ihr gerne “Kirche und Gospel” rausschmeißen, die christlichen Taliban sind schon genug auf dem Vormarsch in diesem Lande… ;-)
  • Der Grund für das Fehlen sind sicher “mauernde” Plattenfirmen, aber ich würde mir wünschen, z.B. den Klassik-Katalog der Deutschen Grammophon und generell ein breiteres Angebot an “richtiger” Musik ;-) vorzufinden.

Mein Fazit:

Wenn ich mal wieder Musik kaufen sollte, dann weiß ich jetzt, wo. Und jeder, der sich noch DRM-verseuchte Windoofs-Dateiformate und sonstigen inkompatiblen Schrott verticken läßt, ist spätestens ab dem Zeitpunkt des Erscheinens dieses Artikels selber schuld. ;-)

Gehst Du probehören hier: akuma - Online Musikdienst

Nachtrag: Ebenfalls ein sympathischer Zug - auf http://akumadev.blogspot.com/ gibt es ein Developer-Blog, wo man einiges über den Hintergrund, die Motivation der Macher, etc. erfährt - und wo in erfreulicher Offenheit viele auch technische Karten auf den Tisch gelegt werden. Es lebe die Transparenz!

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